Wissenswertes um den Begriff “Medienkompetenz”

Die große, weite Welt der Medien mit ihrer Vielzahl an Chancen und Risiken stellt Eltern häufig vor die Entscheidung: Was erlaube ich meinem Kind? Wofür ist es noch zu jung? Was darf es schon alleine? Was machen wir lieber noch zusammen? Die Möglichkeiten, etwas richtig oder falsch zu machen sind vielfältig.

Das Wort »Medienkompetenz« wird in diesem Zusammenhang häufig zitiert. Auch wir wollen im Rahmen unseres Projektes Grundschulkindern Medienkompetenz vermitteln. Aber was bedeutet das eigentlich? »Bewusst und vor allem verantwortungsbewusst mit Medien umzugehen. Dazu gehört das Wissen, wie man die eigenen Bedürfnisse mit Medien erfüllen kann, aber auch das kritische Hinterfragen der Medien und des eigenen Nutzungsverhaltens« – so eine Definition der ZHAW (Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften).

Nicht alle Eltern gehören zur Generation der Digital Natives, sind also selbst nicht immer im Umgang mit neuen Medien fit und fühlen sich oft überfordert. Hier setzt die ZHAW mit ihrem Leitfaden »FAQ Medienkompetenz« an, den ich in diesem Beitrag kurz vorstellen möchte.

Der Leitfaden beinhaltet auf 24 Seiten eine Sammlung häufig von Eltern gestellter Fragen (Frequently Asked Questions) und liefert die Antworten auf diese Fragen gleich mit. Von der optimalen Nutzungsdauer und der altersgerechten Nutzung von Medienangeboten über den Umgang mit verschiedenen Arten von Medien (Handy, Games, TV, Social Networks) bis zu kritischen Themen wie Cyberbullying, Internetpornografie und Mediengewalt wird ein umfassender Überblick über relevante Bereiche gegeben. Im Folgenden haben wir exemplarisch einige Fragen und Antworten aus dem Leitfaden zusammengefasst.

Wie lange darf mein Kind am Tag verschiedene Medienangebote nutzen?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Es ist wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Freizeitaktivitäten und Mediennutzung herzustellen. Eine Stunde Computernutzung kann für das eine Kind, das nebenbei Musik macht und Sport treibt, völlig problemlos sein, wohingegen für ein anderes Kind auch diese eine Stunde pro Tag zu viel sein kann. Wichtig ist es, auf die individuellen Bedürfnisse und die Tagesform des Kindes zu achten.

Ab welchem Alter sollte mein Kind ein eigenes Handy bekommen?

Laut einer allgemeinen pädagogischen Empfehlung sollten Kinder nicht vor dem neunten Geburtstag ein eigenes Handy besitzen. In Ausnahmefällen kann es aber auch für jüngere Kinder sinnvoll sein, wenn ihnen ein Handy zur Verfügung steht – sollten sie etwa einen langen Schulweg zurücklegen müssen. Bevor das Kind dann das erste eigene Handy bekommt, sollte besprochen werden, wann es genutzt werden darf und wann nicht. In der Schule oder beim Essen sollte es zum Beispiel auf lautlos gestellt oder ganz weggelegt werden. Um bei den Kosten eine böse Überraschung zu vermeiden, bietet sich eine Prepaid-Karte an. So steht dem Kind ein fester Betrag zur Verfügung und es kann einfacher lernen, die Kosten im Blick zu behalten.

Was ist zu beachten, wenn mein Kind das Internet und Social Networks nutzen will?

Kinder sollten dafür sensibilisiert werden, welche Daten sie im Internet offenlegen dürfen und welche nicht. Der vollständige Name, die Adresse oder die Telefonnummer gehören eher zu den Daten, die sie nicht beziehungsweise nur in Absprache mit den Eltern angeben sollten.
Auch beim Chatten sollten Kinder dazu angehalten werden, möglichst sensibel mit privaten Kontaktdaten oder gar Fotos umzugehen. Erst recht sollten sie sich nie alleine mit Chat-Bekanntschaften treffen.

Bei der Nutzung von Facebook sind einige Punkte zu beachten: Das Mindestalter für die Nutzung von Facebook ist von Anbieterseite mit 13 Jahren angegeben. Diese Angabe ist allerdings eher theoretischer Natur, da diese nicht wirklich überprüft wird und es ein Leichtes ist, sich unter Angabe eines falschen Alters anzumelden. Umso wichtiger ist es, dass Eltern mindestens ein Auge auf die Netzaktivitäten ihrer Kinder werfen. Einmal angemeldet, müssen sich Kinder darüber im Klaren sein, wem die geteilten Informationen zugänglich gemacht werden sollen. Also sollte man sich auch mit den Privatsphäre-Einstellungen befassen. Dabei müssen Eltern ihre Kinder bewusst unterstützen, da diese Einstellungsmöglichkeiten nicht ganz trivial sind und sich zudem laufend ändern.

Diese drei Punkte wurden exemplarisch aus den FAQ Medienkompetenz ausgewählt. Interessierte sollten auf jeden Fall mal einen oder auch zwei Blicke in den kompletten Leitfaden werfen, da er einen praktischen ersten Überblick über wichtige Fragen liefert, die auftreten, wenn Kinder mit verschiedenen Medienangeboten in Kontakt kommen. Der Leitfaden ist auf der Seite der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften zu finden.

Autor: Daniel Plotzki

Von | 2017-04-11T13:39:31+00:00 Januar 12th, 2012|Allgemein, Blog, Grundschule, Internet-Tipps, Medienpädagogik|0 Kommentare

Über den Autor:

Netzofant
Der netzofant war in der Vergangenheit unterwegs, um Kindern und Lehrkräften an Schulen einen Einblick in die Welt der digitalen Medien zu geben. Diese Eindrücke hat er in vielen Beiträgen gesammelt und für euch bereitgestellt.

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