Kinder im Netz schützen

Was muss ich tun, damit meine Kinder nur die Dinge im Internet finden, die sie sehen sollen?

Diese Frage sollten sich Eltern stellen, bevor ihre Kinder das erste Mal mit dem Internet in Berührung kommen. Auch wir haben uns während der Planung unserer Präsenzveranstaltungen damit beschäftigt, wie wir die Rechner, mit denen unsere Schüler ins Netz gehen, mit einer Kinderschutzsoftware ausstatten können. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Einen Einblick gab Kollege Dimitrios Sardis von der sokrates: consulting und systemintegration in einem Beitrag für den result-Blog, den wir hier noch mal aufgreifen möchten:

Kinder und das Internet – bei einigen Eltern schrillen da schon die Alarmglocken. Was lauert nicht alles in den unendlichen Weiten des World Wide Web? Gewalt, Pornographie, Kriminelle, Kinderschänder und mehr. Doch Kinder ganz ohne Computer aufwachsen zu lassen, kommt heutzutage auch nicht mehr infrage. Zu wichtig ist der Rechner geworden, zu selbstverständlich der Umgang mit dem Netz. Letztes Jahr hat Sabine Haas im result-Blog über das Thema Medienpädagogik nachgedacht. Sie kam zu dem Fazit: „Es fehlt oft nicht nur an Medienkompetenz bei Eltern und Kindern. Es fehlt darüber hinaus vor allem an tauglichen Jugendschutzmaßnahmen in Sachen Internet.“ Also habe ich den Test gemacht und mir den Rechner von Sabine vorgeknöpft, um ihn mit einer Software kindersicher zu machen. Als Informatiker wollte ich wissen: Wie gut funktionieren solche Programme, und wie leicht lassen sie sich installieren? Schließlich sind nur die wenigsten Eltern wirkliche Computer-Experten.

Computerkid

Auf der Suche nach einem geeigneten Programm führt mich der Weg– natürlich – ins Internet. Einige Stunden Onlinerecherche und etliche Forenbeiträge von Eltern später habe ich ein Produkt gefunden, das vielfach wärmstens empfohlen wird: „Kindersicherung 2011“, eine Software von Salfeld Computer . Eine 30-Tage-Testversion des Programms kann unterAuf der Suche nach einem geeigneten Programm führt mich der Weg– natürlich – ins Internet. Einige Stunden Onlinerecherche und etliche Forenbeiträge von Eltern später habe ich ein Produkt gefunden, das vielfach wärmstens empfohlen wird: „Kindersicherung 2011“, eine Software von Salfeld Computer . Eine 30-Tage-Testversion des Programms kann unter www.salfeld.de/download/index.html heruntergeladen werden, die Vollversion kostet einmalig 30 Euro. Doch wie zuverlässig ist „Kindersicherung 2011“? Und: Braucht man einen Experten, um die Software einzurichten?
Die Installation geht ohne größere technische Hindernisse über die Bühne. Im Anschluss aber wartet die eigentliche Arbeit auf die Eltern: die Konfiguration. Denn diese sollte nicht einfach nach den Vorgaben übernommen, sondern angepasst werden. Die wichtigsten Einstellungen im Überblick:

  • PC- und Internet-Zeitlimits einrichten: Kindern kann ein minutengenaues Zeitbudget als „Taschengeld“ vorgegeben werden. Nach Ablauf dieser vorgegebenen Fristen wird je nach Wunsch entweder der Internetzugang komplett gesperrt oder der Computer nach einer Warnmeldung automatisch heruntergefahren.
  • Unerwünschte Programme: Das Verwenden und Ausführen bekannter, unerwünschter Programme (wie beispielsweise Tauschbörsen/Filesharingprogramme) kann strikt unterbunden werden.
  • System und Sicherheit: Zugriff auf Windowsfunktionen wie Systemsteuerung, MS-DOS, Taskmanager und mehr können unterbunden werden.

Kontrolle des Internetverkehrs:

  • Kontrolle durch Internetfilter: Seiten werden anhand vorgegebener Kategoriefilter gesperrt, wie etwa: Chat & Dating, Sex und Pornografie, Spyware und Hacking, Drogen, Alkohol und mehr.
  • Kontrolle durch gezielte Vorgaben: Webseiten und URLs können direkt gesperrt werden. Alternativ können Eltern persönliche Stichwörter eingeben, die zum Sperren von Webseiten führen.
  • Es ist ebenfalls möglich, den Internetverkehr mit Ausnahmen zu sperren. Dafür können Eltern explizit erlaubte Seiten selbst eintragen.

Manko dabei: Die komplette Konfiguration (inklusive einiger Einstellungsmöglichkeiten, die hier noch nicht aufgeführt sind) und der anschließende Test des Systems dürften bei einem durchschnittlich geübten Computernutzer mindestens vier bis fünf Stunden in Anspruch nehmen – keine Kleinigkeit.
Die Optionen, die das Programm bietet, um die Internetnutzung von Kindern zu kontrollieren, funktionieren jedoch so, wie es der Hersteller verspricht. Ob diese aber ein wirklich wirksamer Schutz sind, steht auf einem anderen Blatt, schließlich sollten technische, Maßnahmen immer nur als Ergänzung zur elterlichen Erziehung dienen, zumal eine 100-prozentige Filterung des Internets und der aufrufbaren Seiten ohnehin unmöglich ist. Das kann auch „Kindersicherung 2010“ nicht leisten.
Die Einstellungen, um die lokalen Zugriffsrechte für Kinder einzuschränken, funktionieren ebenfalls verlässlich. Vorteil: Sie können leicht über die Benutzeroberfläche vorgenommen werden und erfordern kein allzu tiefes Fachwissen über Windows.

Fazit: Als Informatiker kann ich diese Software fast uneingeschränkt empfehlen. Durch die vielfältigen Möglichkeiten, die Nutzung des Computers und des Internets zu kontrollieren und einzuschränken, erreicht man ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis. Jedoch sollte, wie schon erwähnt, diese Software nicht die persönliche Betreuung der Eltern ersetzen, sondern nur ergänzen. Ein 100-prozentiger Schutz ist und bleibt eine Utopie.

Autor: Dimitrios Sardis

Bildquelle CC-BY Patricia Decker

Von | 2017-04-11T13:53:57+00:00 November 7th, 2011|Allgemein, Blog, Medienpädagogik|2 Kommentare

Über den Autor:

Netzofant
Der netzofant war in der Vergangenheit unterwegs, um Kindern und Lehrkräften an Schulen einen Einblick in die Welt der digitalen Medien zu geben. Diese Eindrücke hat er in vielen Beiträgen gesammelt und für euch bereitgestellt.

2 Kommentare

  1. Jan 7. November 2011 um 9:02 Uhr- Antworten

    sehr schöne Zusammenfassung und Aufstellung. Der letzte Absatz trifft es aber auf den Punkt – technische Blockaden und Sperren sollten nur die Ergänzung sein. Die Erziehung des Kindes, das gemeinsame Heranführen an das Internet und das Social Web ersetzt solche eine Software in keinem Fall. Denn was das Kind zu Hause nicht kann, dass macht es dann bei Freunden. Ich bin bei solchen Kindersicherungen daher immer etwas zwiegespalten.

  2. netzofant 16. November 2011 um 16:21 Uhr- Antworten

    Vielen Dank für Deinen Kommentar, Jan! Dem können wir nur beipflichten.

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