Kinder vor Fake News schützen

Aktuell ist der Begriff Fake News in aller Munde. In einer Zeit, in der scheinbar sogar der amerikanische Präsident vor falschen Informationen nicht zurückschreckt, um sich ins Gespräch zu bringen, muss eine ausgeprägte Medienkompetenz her, um Wahrheit noch von Lüge unterscheiden zu können. Wie sollen Kinder etwas können, das so manchem Erwachsenem scheinbar unmöglich erscheint? Ich muss immer mit einem Schmunzeln an die vielen „Postillion“-Meldungen denken, die entrüstet geteilt werden, weil die Person scheinbar gar nicht merkt, dass es sich um „alternative Fakten“ handelt. Einerseits witzig, andererseits aber auch beängstigend.

Was man gegen Fake News tun kann

Wie geht man also mit „alternativen Fakten“ um? Wie stärkt man die Medienkompetenz der eigenen Kinder, damit diese nicht auf Fake News hereinfallen? Es scheint, als sei dies manchen Eltern nicht so wichtig. Viele halten ihre Kinder auch ganz vom Netz fern. Das ist meiner Meinung nach aber der falsche Weg. Auch Mediennutzung ist ein Handwerk, welches erst erlernt werden muss, damit man es beherrscht. Spätestens ab dem Schulalter benötigen Kinder den Zugang zu Medien ohnehin – schon früh müssen sie sich in kleinen Referaten präsentieren und dazu emsige Recherchen betreiben. Hier ist es wichtig, dass sie unterscheiden können, welche Quellen vertrauenswürdig sind – und welche nicht.

Was also tun? Informieren! Für Kinder gab es beispielsweise bei logo! (Kinderkanal) einen altersgerechten Beitrag zu Fake News. Dort wurde das Thema sehr gut aufgegriffen, sodass sogar manch Erwachsener noch etwas dabei lernen könnte. Weiterhin bietet auch die ARD eine umfassende Sammlung an Informationen zum Thema „Fake News“ und wie man diese entlarvt. Einige dieser Informationen möchte ich euch nun im Kurzen vorstellen.

Was sind Fake News eigentlich?

Fake News sind gefälschte Nachrichten in den Medien. Sie beziehen sich oft auf politische Themen, um beispielsweise verschiedene Gruppierungen gegeneinander aufzuhetzen. Hierbei werden bewusst falsche Neuigkeiten verbreitet, die oftmals komplett frei erfunden sind.

Warum erstellen Menschen Fake News?

Es geht um sogenannten „Traffic“ im Netz. Durch die Fake News versprechen sich die Initiatoren viele Klicks. Diese führen dann auf diversen Wegen (Werbemaßnahmen) zu hohen Einnahmen für die Seitenbetreiber. Fake News sind also schlicht ein Instrument, um schnell viel Geld zu machen.

Allerdings wirft man Menschen wie Donald Trump auch vor, dass sie bewusst Fake News streuen, um ihre politische Position zu stärken. Ist da was dran? Ich könnte es mir sehr gut vorstellen. Es ist immer wieder von „alternativen Fakten“ die Rede. Hierbei geht es weniger um Geld, als vielmehr um die öffentliche Meinung, die von den Fake News zielgerichtet beeinflusst wird. Selbst, wenn sich News als Unwahrheit herausstellen, bleibt immer ein fader Beigeschmack in den Köpfen der Menschen hängen. Sie werden nachhaltig beeinflusst, was sich vor allem zu Krisenzeiten immer wieder zeigt, wenn beispielsweise Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht wird.

Wie kann man sie erkennen?

Zunächst sollte die vorliegende Meldung kritisch betrachtet werden: Aus welcher Quelle stammen die Informationen? Was sind die Ursprungsquellen? Ist der allgemeine Tenor der Webseite eher neutral oder liegen eindeutig bestimmbare Ausrichtungen vor? Wie wirken die anderen Artikel der Seite?

Auch das Impressum muss geprüft werden: Sind die Inhalte vollständig? Liegt vielleicht gar kein Impressum vor? Bei fehlenden Angaben, sollte man kritisch sein. Generell gilt, dass man mehrere Quellen zu einer Meldung betrachten sollte, um sich ein neutrales Meinungsbild machen zu können.

Was sind Social Bots?

Social Bots sind Computerprogramme, die das Verhalten von Menschen und deren Kommunikation imitieren. Dabei werden Meinungsbildner künstlich vervielfacht, um eine Mehrheit zu fingieren. Dies führt dazu, dass Trends verzerrt werden und die Polarisierung von Informationen angekurbelt wird.

Tipps gegen Fake News

  1. Die Meldung immer gegenprüfen: Taucht die Information auch noch an anderer Stelle auf? Vielleicht in einer Quelle, die man für sich bereits als „seriös“ abgespeichert hat? Oftmals werden Fake News schon früh erkannt und als solche auch gebrandmarkt. Seiten wie beispielsweise Mimikama prüfen regelmäßig aufkommende News und recherchieren, wie viel Wahrheitsgehalt dahintersteckt.
  1. Kritischen Blick beibehalten: Was auf den ersten Blick einleuchtend klingt, kann bei näherem Hinsehen schon zu Zweifel führen.

Generell gilt im Internet dasselbe wie immer: Um sich und andere zu schützen, sollte man nicht alle Links anklicken und vor allem nicht immer alle sofort teilen. Zur Medienkompetenz gehört es, immer mehrere Quellen zu einer Information heranzuziehen.

Von | 2017-04-28T08:19:15+00:00 Februar 15th, 2017|Blog, Medienkompetenz|1 Kommentar

Über den Autor:

Yasmin Neese hat die Webagentur der result gmbh - Institut für digitalen Wandel seit 2015 unterstützt. Aktuell befindet sie sich in Elternzeit. Privat kennt man Sie unter dem Namen "Die Rabenmutti". Hier schreibt Sie im gleichnamigen Blog zu den Themen Familie, Literatur, Rezepte, Produkte & Co.

Ein Kommentar

  1. […] mit ihrem Leben, ihren Noten, ihrem Umfeld. Zusätzlich sind Kinder und Jugendliche mit „Fake News“ und auch „Cybermobbing“ konfrontiert. Besonders Letzteres kann erhebliche Schäden […]

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