Digitale Medien mit Kultur verbinden: Zwei Fliegen mit einer Klappe

Auf dem Kulturblog habe ich bereits über das Buch „Wir machen uns die Welt“ aus dem Athena Verlag berichtet. Hierbei habe ich vor allem die kulturelle Perspektive fokussiert: Wie kann das Buch das Interesse an Kunst steigern? Diesmal möchte ich darauf eingehen, inwieweit die mediale Kompetenz durch das Buch gefördert wird.

Kurzer Einblick ins Buch: Der DIY-Guide bietet 25 Ideen, um mit dem Einsatz digitaler Medien Kunst im Alltag zu schaffen. Dafür muss der Leser weder besonders begabt, noch kreativ sein. Allerdings sollte er ein Smartphone, eine Kamera oder ein Tablet besitzen, um die Ideen umsetzen zu können. Es entstehen Skulpturen aus Wasser, Klangkunst mit der Waschmaschine, Animationen mit Obst oder Lichtmonster.

Die Kids werden dazu ermutigt ihre Umgebung aktiv wahrzunehmen, Alltagsgegenstände in Kunst umzuwandeln. Dabei haben sie stets das Smartphone, Tablet oder die Kamera zur Hand. Einerseits wird ihr Horizont dafür geöffnet, dass Kunst nicht nur in Museen hängt, sondern an jeder Straßenecke stattfinden kann. Andererseits müssen sich die Kinder aktiv damit auseinandersetzen, welche Möglichkeiten das Smartphone bietet, außer auf Facebook surfen zu können. Die jungen Künstler beschäftigen sich aktiv mit digitalen Medien – ohne in der Welt festzustecken. Sie verbinden die Medien vielmehr mit der realen Welt und verlieren damit nicht den Blick für’s Wesentliche. Wie das geht? Beispielsweise mit dem Klangexperiment von Peter Simon:

#Wirmachenunsdiewelt

„Hör mal, wie mein Sommer klingt“

Alles, was man für diese Künstleridee benötigt, ist ein Smartphone mit Sprachrekorder (dafür gibt es Apps), die eigenen Ohren, um Geräusche wahrzunehmen und Freunde, die Lust haben bei einer Geräuschkulisse mitzuwirken. Schon wird das Smartphone „zweckentfremdet“ und wird Dank App zum Diktiergerät.

Jetzt heißt es Augen und Ohren öffnen, um die perfekten Sommergeräusche zu finden. Für diese Idee sollen typische Geräusche des Sommers in Klängen eingefangen werden. Was könnte das sein? Bei mir wäre es ganz klar, das Rauschen von Wasser, weil ich im Sommer gern schwimmen gehe und mich an kühlende Brunnen setze. Auch das brutzeln von Fleisch auf dem Grill gehört dazu. Regen der auf Steinboden prasselt oder Donnergrollen machen aber ebenfalls den Sommer für mich aus… Aber es gibt noch sehr viel mehr Geräusche! Wenn genügend Geräusch aufgenommen wurden, kommt anschließend der PC zum Einsatz: Mit Programmen wie Audacity können die Töne nun gemischt oder zu einer Collage zusammengestellt werden. So lernt der Nachwuchs spielerisch mit Apps und Programmen umzugehen, die Umgebung bewusster wahrzunehmen, kleine Kunstwerke zu erschaffen und vertrauter im Umgang mit den digitalen Medien zu werden.

Im Buch findet man noch sehr viel mehr solcher inspirierenden Ideen, die das Smartphone zum treuen Begleiter machen werden, ohne dabei den Blick für das Wesentliche zu verlieren.

Von | 2017-04-28T14:19:27+00:00 April 2nd, 2017|Blog, Digitales & Freizeit, Medienpädagogik|0 Kommentare

Über den Autor:

Yasmin Neese hat die Webagentur der result gmbh - Institut für digitalen Wandel seit 2015 unterstützt. Aktuell befindet sie sich in Elternzeit. Privat kennt man Sie unter dem Namen "Die Rabenmutti". Hier schreibt Sie im gleichnamigen Blog zu den Themen Familie, Literatur, Rezepte, Produkte & Co.

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