Wir stellen den Medienpädagogik-Praxis Blog vor

Auf der Suche nach spannenden Inhalten mit Mehrwert sind wir schon öfter über das Medienpädagogik-Praxis Blog gestolpert. Neben hochwertigen Blogbeiträgen findet der Leser hier Links zu kostenloser Software, lizenzfreie Musik, lizenzfreie Fotos, eine Rubrik für mobile Apps und sogar eine Mediathek mit Tutorialvideos, die das Blog-Team selbst produziert. Die Website ist also eine wahre Fundgrube für Interessierte, die sich mit der medienpädagogischen Praxis in Jugendarbeit und Schule befassen. Wir freuen uns sehr darüber, dass Tobias Albers-Heinemann, einer der Köpfe hinter dem Projekt, uns für unsere Serie „Der netzofant trifft…“ Rede und Antwort stand.

Herr Albers-Heinemann, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns einige Fragen zu Ihrem Projekt zu beantworten. Möchten Sie sich unseren Lesern vielleicht kurz vorstellen und erzählen, was für Sie der erste Anlass war, die Seite ins Leben zu rufen?

Das Medienpädagogik-Praxis Blog ist im Prinzip die Vereinigung zweier Blog-Projekte, die bis 2007 von Eike Rösch und mir getrennt voneinander betrieben wurden. Herr Rösch arbeitete damals schon als Medienpädagoge beim Landesfilmdienst e.V. in Mainz, ich selbst war 15 km entfernt in der offenen Jugendarbeit tätig.

Unsere ursprüngliche Idee war es, ein beständiges Nachschlagewerk und Archiv für uns selbst, aber auch für Kollegen und Kolleginnen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu schaffen. Der Kern unserer beiden Angebote bestand bereits damals aus medienpädagogischen Konzepten und Ideen, sowie Tipps rund um das Thema freie Software, wobei uns beiden der Praxisbezug und die „Nachmachbarkeit“ sehr am Herzen lagen.

Nachdem wir uns über ein gemeinsames medienpädagogisches Projekt kennengelernt hatten, beschlossen wir auf Grund der inhaltlichen Deckung der Themen, unsere Kompetenzen zu bündeln und unsere beiden Angebote zu vereinen. Mittlerweile ist das Medienpädagogik-Praxis Blog ein Angebot mit über 110.000 Besuchern pro Monat.

Das Team hinter dem Blog stammt aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Wie kam es zu dieser  Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit entstand in erster Linie durch persönliche Kontakte, die bereits im Vorfeld bestanden. Generell sehen wir uns aber nicht nur als Blog-Angebot, sondern vielmehr als medienpädagogisches Netzwerk, welches wir über das Blog, über unsere Facebook-Seite, über Twitter und natürlich auf Tagungen und Seminaren pflegen. Innerhalb dieses Netzwerkes entstehen dann Kontakte, und innerhalb dieser finden sich dann die Autoren und Gastautoren.

Welche Inhalte findet der Leser auf Ihrer Seite und an welche Zielgruppe wenden Sie sich hauptsächlich?

Der Kern des Medienpädagogik-Praxis Blogs ist im Prinzip gleich geblieben. Es geht um medienpädagogische Inhalte, Konzepte, Ideen und Inspirationen, die vor allem praxisnah und nachmachbar sind. Wir haben alle einen direkten Praxisbezug und erweitern auch dementsprechend ständig das Angebot. Neben den sehr beliebten Seiten über „freie Fotos“ und „freie Musik“ haben wir eine Sparte „mobile Apps“ ins Leben gerufen, die sich mit der Einsatzmöglichkeit von Android- und iOS-Geräten in der Bildungsarbeit beschäftigt. In unserer Mediathek bieten wir Video-Podcasts über empfehlenswerte Software-Angebote an und seit Neuestem haben wir ein eigenes Etherpad für die kollaborative Zusammenarbeit im Netz.

Unser Angebot richtet sich an alle, die im Bildungs- und Erziehungsbereich mit Medien arbeiten oder arbeiten wollen, für ErzieherInnen, PädagogInnen, LehrerInnen sowie Fachleute und Nicht-Spezialisten. Unsere Artikel sollen vor allem verständlich und praxisnah sein und jedem einen Mehrwert bringen, der sich für die aktive Medienarbeit interessiert.

Wir finden, dass Ihr Blog dem Leser einen echten Mehrwert bietet! Bei dem Aufwand entstehen natürlich Kosten. Wie finanzieren Sie sich?

Ja, dann erst mal vielen Dank für das Lob.

In der Tat ist die Arbeit, oder eher die Pflege des Blogs, recht kostenintensiv. Obwohl alle Autoren und Gastautoren komplett ehrenamtlich arbeiten, entstehen allein durch die Server- und Domaingebühren für das Blog und das Etherpad, durch Apps, und die technische Betreuung unserer Angeboten Kosten von etwa 1200 EUR pro Jahr. Diese wurden bislang von den einzelnen Autoren privat und durch Spenden der LeserInnen finanziert.

Unser felsenfester Grundsatz ist, dass wir komplett werbefrei bleiben wollen, sowohl im Blog, als auch im RSS-Feed, weil gerade in einem solchen technischen Bereich schnell Abhängigkeiten und Objektivitätsbremsen geschaffen werden können.

Im März 2012 haben wir daraufhin unser Blog-Paten System ins Leben gerufen. Die Leserinnen und Leser haben z.T. auf eigenen Wunsch hin die Möglichkeit, sich durch eine Patenschaft mit mindestens 1 EUR pro Monat an den jährlichen Unkosten zu beteiligen. Viele Paten spenden etwas mehr, wofür wir sehr dankbar sind. Auf diese Weise werden wir Autoren finanziell entlastet und können auch langfristig unser Angebot aufrechterhalten.

Welche Möglichkeiten habe ich als Privatperson, Ihr Blog zu unterstützen?

Wir sind immer über Spenden sehr dankbar. Als Privatperson haben Sie natürlich die Möglichkeit, einen selbstgewählten Betrag über Paypal oder Überweisung zu spenden oder eben Blog-Pate zu werden. Das Prinzip ist relativ einfach, jeder gibt, was es ihm oder ihr Wert ist, und wenn mehr gespendet wird als wir ausgeben, wird das Geld für die technische Weiterentwicklung unserer Angebote zurückgelegt.

Herr Albers-Heinemann, Ihnen danken wir für das Interview und unseren Lesern können wir nur einen Besuch des Blogs oder sogar die Übernahme einer Blog-Patenschaft ans Herz legen, damit uns allen das Angebot in dieser Form erhalten bleibt.

Autor: Daniel Plotzki

Von | 2017-04-06T14:06:39+00:00 April 19th, 2012|Allgemein, Blog, Medienpädagogik|0 Kommentare

Über den Autor:

Netzofant
Der netzofant war in der Vergangenheit unterwegs, um Kindern und Lehrkräften an Schulen einen Einblick in die Welt der digitalen Medien zu geben. Diese Eindrücke hat er in vielen Beiträgen gesammelt und für euch bereitgestellt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar