20 Jahre KiKA – Medienkompetenz durchs Fernsehen lernen

Fernsehen ist out – das ist der allgemeine Ton, der die Runde macht, wenn es um Mediennutzung geht. Digital ist cool – Smartphone, Tablet und PC sind die Zukunft. So schlimm, wie die Medien das allerdings immer suggerieren, scheint es gar nicht: Erst kürzlich hat der beliebte Kinderkanal (kurz: KiKA) sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Von Absetzen keine Spur. Und das obwohl – oder gerade weil – der Kanal speziell für Kinder gestaltet wurde. Eine Zielgruppe, die eigentlich gar kein Fernsehen schauen sollte, oder?

Man mag darüber streiten, ob und wie viel Fernsehen für Kinder angemessen ist, erfolgreich ist es allemal! Zum 20. Geburtstag des Kinderkanals haben ARD-Vorsitzende Karola Wille und ZDF-Intendant Thomas Bellut dem Sender gratuliert. Auf einer Pressekonferenz hat KiKA-Programmgeschäftsführer Michael Stumpf Bilanz gezogen und die zukünftige Ausrichtung des Senders angesprochen. Für das Geburtstagsjahr hat sich der Sender eine langfristige Aktion überlegt: Das Jahr über wird es Programmhighlights, Mitmach-Aktionen und Blicke hinter die Kulissen geben.

Die Herausforderungen für KiKA

KiKA kommt nicht nur bei den Kids gut an. Auch Eltern schätzen das informative und durchdachte Programm. Ich selbst zähle mich dazu und bin froh, dass das Tages Programm eine Abwechslung aus Unterhaltung und Nachrichten bietet. Besonders die Reportagen mit den Tieren kommen bei uns zu Hause immer sehr gut an! Kein Wunder also,  dass ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin Karola Wille KiKA als „gelungenes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von ZDF und ARD“ bezeichnet. Wille zeigt gleichzeitig auch die zukünftigen Herausforderungen der digitalen Medien auf. Immerhin kämen die Kinder früher mit sozialen Medien in Berührung, holten sich Informationen aus mehreren Quellen.  Das lineare Programm müsse nun in die digitale Welt Einzug halten, ohne aber seine Qualität, Relevanz und Reputation einzubüßen. Außerdem solle KiKA auch dazu beitragen, die Medienkompetenz der Kinder zu stärken.

Auch ZDF-Intendant Dr. Thoman Bellut zeigt sich begeistert: „Nicht zuletzt durch die Präsenz auf unterschiedlichen Ausspielwegen fördert der Kinderkanal seit vielen Jahren die Medienkompetenz der jungen Zuschauer und setzt plattformübergreifend Qualitätsstandards. Werbefrei und pädagogisch verantwortet bietet KiKA einen Schutzraum, in dem Kinder lernen können, sich souverän in der komplexen digitalen Medienwelt zu bewegen.“

Statt Werbung Unterhaltung und Bildungsfernsehen

Hier kann ich nur zustimmen. Noch nie – zumindest seit ich KiKA gesehen habe – wurden die Kinder durch Werbung belästigt. Sie können sich dem Medium Fernsehen annähern, ohne direkt mit Werbebotschaften zugeschüttet zu werden. Unterhaltung ist im Kindesalter ebenso wichtig, um mal ausspannen zu können, wie für Erwachsene. Ob sich meine Tochter daher eine Reportage ansieht, oder einfach mal einen Kinderfilm, ist für mich irrelevant. Sie darf am Fernsehen so viel Spaß haben, wie ich auch. Wenn ich KiKA anmache, dann mit einem guten Gefühl, sodass ich meine Tochter auch unbeaufsichtigt schauen lassen kann.

Zurück zum Jubiläumsjahr: Ein besonderes Highlight wird wohl die KiKA Wunschfilm-Aktion werden. Die Kinder haben so die Möglichkeit selber aktiv das Programm mitzugestalten. Ich finde die Idee toll und habe schon bei anderen Sendern gemerkt, dass solch Wunschfilm-Aktionen gut ankommen. Neben der Wunschfilmaktion wurden bereits weitere Highlights verraten. So soll es ab 10. April 2017 eine Neuauflage der „Teletubbies“ (ZDF) geben. Ein recht umstrittenes Format, welches sich aber vor einigen Jahren großer Beliebtheit erfreute. Ich fand sie schon immer stumpf, und würde sie ehrlich gesagt nicht vermissen. Toll finde ich aber, dass es eine neue Staffel von „Yakari“ (WDR) geben wird. Unsere Tochter liebt den cleveren Indianerjungen. Ab November wird der KiKA-Themenschwerpunkt „Respekt für meine Rechte! – Gemeinsam leben“ ins Programm eingeführt. Damit möchte der Sender die Toleranz für das Zusammenleben verschiedener Kulturen in Deutschland fördern.

Warum Kinder fernsehen sollten

Schon ich bin mit KiKA groß geworden. Das Programm ist für Kinder von drei bis 13 Jahren gestaltet – doch auch ältere Kids und Erwachsene können hier immer wieder was dazu lernen. Bei uns gibt es keine festen Fernsehzeiten oder strengen Regeln. Natürlich gibt es Zeiten (vor dem Schlafengehen, beim Abendessen), die fernsehfrei bleiben müssen. Wir sagen allerdings recht selten „Nein“, wenn unsere Tochter aktiv den Wunsch äußert, fernsehen zu dürfen. Zum Glück kommt das nicht so oft vor, wie man vielleicht denkt. Der Spielplatz oder Brettspiele mit Papa sind aktuell noch interessanter. Ich glaube, durch Verbote wäre das Fernsehen erst besonders interessant. Solange es aber genug attraktive Alternativen gibt, trifft das gar nicht zu! Wenn Eltern verhindern möchten, dass ihre Kids zu Fernseh-Junkies werden, schlage ich einfach vor, sich selbst mit den Kindern zu beschäftigen. In den meisten Fällen klappt es dann auch mit dem vernünftigen Konsum.

Von | 2017-04-27T16:50:59+00:00 März 21st, 2017|Blog, Fernsehen|0 Kommentare

Über den Autor:

Yasmin Neese hat die Webagentur der result gmbh – Institut für digitalen Wandel seit 2015 unterstützt. Aktuell befindet sie sich in Elternzeit. Privat kennt man Sie unter dem Namen „Die Rabenmutti“. Hier schreibt Sie im gleichnamigen Blog zu den Themen Familie, Literatur, Rezepte, Produkte & Co.

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